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Entstehungsgeschichte des Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien:
Vom k.k. Mobilienmagazin zu einer der bedeutendsten Möbelsammlungen der Welt

Das Hofmobiliendepot stellt heute jene einzigartige Mischung aus Lager, Werkstätte, Verwaltung und Museum dar, wie sie sonst nirgendwo zu finden ist. Das Depot widmet sich der Restaurierung, Erhaltung und Verwaltung der Bestände. Eine Auswahl der schönsten und wichtigsten Objekte wird im Museum gezeigt. Aus der einstigen „Rumpelkammer der Monarchie“ wurde im Lauf der Jahrhunderte eine der bedeutendsten Möbelsammlungen der Welt.

„Hof mobil“ bereits unter Maria Theresia
Als Institution geht das Hofmobiliendepot bis in das 18. Jahrhundert zurück. Maria Theresia bestellte 1747 den ersten Hofmobilieninspektor, der für die Pflege, die Inventarisierung und den Transport des kaiserlichen Mobiliars verantwortlich war.

Die wichtigste Aufgabe der Hofmobilieninspektoren war die Organisation der Möbeltransporte. Die Wiener Hof bewohnte im Jahreslauf nämlich mehrere Hofgebäude. Im Winter hielt man sich in der Hofburg auf, im Sommer ging es zum „Séjour“ nach Schönbrunn und Laxenburg und zwischendurch zur Jagd etwa nach Schloss Hof. Die Schlösser waren bis in das frühe 19. Jahrhundert nicht permanent möbliert. 

Die für den kaiserlichen Haushalt benötigten Einrichtungsgegenstände mussten daher vorab angeliefert werden. Bei besonderen Anlässen, wie bei der Kaiserkrönung in Frankfurt oder den Königskrönungen in Prag und Preßburg, gingen auch die benötigten Zeremonialrequisiten und die Throndraperien mit auf die Reise. Es gab sogar spezielle Klappthrone für unterwegs, die mit kostbaren Überzügen passend ausstaffiert werden konnten.

Mariahilfer Straße Nr. 88  seit Kaiser Franz Joseph
Kaiser Franz Joseph ließ 1901 das k.k. Hofmobiliendepot am Standort Mariahilfer Straße Nr. 88 als zentrales Lager für den höfischen Möbelbestand errichten. Bereits 1924 wurden einige Schauräume eingerichtet. 1998 wurde schließlich das Hofmobiliendepot schließlich als modernes Museum eröffnet.


Geschichte des Hofmobiliendepots im Überblick

 

1747
Maria Theresia setzt den ersten Hofmobilieninspektor ein und betraut ihn mit der Inventarisierung, der Pflege und dem Transport des höfischen Möbelbestandes.

1809
Dieser Hofdienst erhält die Bezeichnung Hofmobiliendirektion und ist auch für den Neuankauf des kaiserlichen Mobiliars zuständig (unter Kaiser Franz II./I.).

1901
Kaiser Franz Joseph I. lässt  auf der Mariahilfer Straße 88 das k. k. Hofmobiliendepots  als zentrales Lager für das gerade nicht in Gebrauch befindliche Mobiliar mit angeschlossenen Werkstätten und Wagenremisen errichten.

1918
Der staatliche Besitz der Monarchie, das sogenannte Hofärar,  wurde 1918 von der Republik Österreich übernommen und das Depot mit den alten Funktionen der Lagerung und Restaurierung des Mobiliars zur Ausstattung der neuen Staatsämter weitergeführt. Eine unglaubliche Masse an Gegenständen war über die Jahrhunderte zu einem „Speicher der Geschichte“ ausgewachsen.

1924
Eröffnung einer Schausammlung im nunmehrigen Bundesmobiliendepot, stilkundlich gegliedert als Vorbildersammlung für Handwerker. Zwei Säle mit Barock- und Empiremöbeln und 15 Biedermeierkojen illustrierten die Wohnwelt im „alten Wien“.

1993
Beginn der Generalsanierung. Ein an das bisherige Hofmobiliendepot angrenzendes Fabrikgebäude und ein Biedermeierhaus in der Andreasgasse werden zusätzlich erworben.

1998
Eröffnung als eines der größten Möbelmuseen der Welt (Architekt Alessandro Alverà). Der Gesamtbestand umfasst rund 165.000 Objekte, davon sind ca. 6.000 Stück im Museum ausgestellt. 

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