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Thronarrangement aus der Wiener Hofburg (c) BMobV/SKB, Foto: Lois Lammerhuber
Beim Bau der Ringstraße erlebte Wien mit dem Historismus noch einmal eine Kunstblüte, die mit der des Barock vergleichbar war. Entdecken Sie historistische Möbel und Interieurs in unserer Sammlung.

Es ist mein Wille, dass die Erweiterung der inneren Stadt Wien ehestmöglich in Angriff genommen werde. (Kaiser Franz Joseph I.)

Beim Bau der Ringstraße erlebte Wien mit dem Historismus noch einmal eine Kunstblüte, die mit der des Barock vergleichbar war. Der Prachtboulevard geriet ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Ort der fulminanten Selbstdarstellung einer ganzen Epoche. Der Rückgriff auf vergangene Stilepochen betraf aber nicht nur die Repräsentationsbauten und Palais, sondern auch ihre Einrichtung.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts knüpfte man auch beim Wohnstil an frühere Stilrichtungen an und kombinierte, was die Historie hergab. Der Wiener Hof orientierte sich mit Vorliebe am Rokoko aus der Zeit Maria Theresias. Hoch in Mode beim aufstrebenden Wiener Bürgertum hingegen waren große, schwere Neo-Renaissance- oder Neo-Barock-Möbel, geschmückt mit Säulen, Medusenköpfen und Akanthusblättern, oder Herren- und Speisezimmer im „Altdeutschen Stil“.

Das Resultat waren oft düstere, überladene Räume oder bizarre Auswüchse wie Jagdzimmer mit Geweihmöbeln. Als besonders eindrucksvolles Beispiel für ein spät-historistisches Interieur zeigt das Hofmobiliendepot den „Wappensaal“, eine Bibliothek als Huldigungsraum für Kaiser Franz Joseph.

Unberührt von den Stilfragen des Historismus entwickelte der Möbelhersteller Thonet seine berühmten  Bugholzmöbel. Hoch moderne Produkte, die ihrer Zeit so weit voraus waren, dass diese Biegetechnik später auch von den großen Entwerfern der Wiener Moderne aufgegriffen wurde.

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