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Bruch und Kontinuität

Das Schicksal des habsburgischen Erbes nach 1918 | 5. Dezember 2018 bis 30. Juni 2019
Bruch und Kontinuität
Das Schicksal von ehemals kaiserlichen Besitztümern und Kunstobjekten nach dem Ende der Habsburgermonarchie steht 2018/2019 im Zentrum dieser neuen Ausstellung. Das Museum wird von der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. betrieben, die wissenschaftliche Leitung liegt bei der Bundesmobilienverwaltung. Beide Institutionen sind aus der ehemaligen habsburgischen Verwaltung hervorgegangen. Es liegt daher nahe, sich 100 Jahre nach dem Beginn der Ersten Republik mit den Brüchen und Kontinuitäten ab 1918 zu beschäftigen.

„Die Republik Deutschösterreich ist Eigentümerin des gesamten in ihrem Staatsgebiete befindlichen beweglichen und unbeweglichen hofärarischen sowie des für das früher regierende Haus oder für eine Zweiglinie desselben gebundenen Vermögens.“ Paragraf 5 des Habsburgergesetzes vom 3. April 1919


Mit diesen wenigen Worten setzt sich die junge Republik im Frühjahr 1919 in das Eigentum des materiellen Erbes der Habsburgermonarchie ein. Die tatsächliche Inbesitznahme der ehemals kaiserlichen Hofämter, Kunstsammlungen, Schlösser und Liegenschaften war jedoch deutlich komplizierter. Die Abwicklung nahm drei Jahre in Anspruch. Bis November 1921 existierte der „Hof ohne Kaiser“ unter republikanischen Vorzeichen weiter.

Die Ausstellung skizziert anhand von konkreten Objekten die spannenden Hintergründe des Besitzwechsels und macht die Brüche und Kontinuitäten nach 1918 sichtbar. Die junge Republik stand vor großen Herausforderungen und kämpfte mit den Folgen des Weltkriegs, Armut und einer Versorgungskrise. Die etablierten politischen Kräfte hatten Angst vor einer Revolution.

Die Nachfolgestaaten und die Siegermächte forderten ihren Anteil an der Erbmasse der Monarchie ein – der „Raub“ von 66 kostbaren Gemälden der italienischen Militärkommission aus dem Kunsthistorischen Museum ist hier nur der spektakulärste Fall.


Was gehört dem Kaiser? Was gehört dem Staat?

Am Beispiel der symbolischen Machtzentren Schönbrunn, der Hofburg und dem Hofmobiliendepot werden die vielen Nutzungskonzepte für eine gewinnbringende Verwertung des kaiserlichen Erbes vorgestellt. Manche wurden schnell verworfen, manche leben bis heute fort.

Ein eigener Bereich im Rahmen dieser Sonderausstellung  ist der „Roten Erzherzogin“, der Tochter Kronprinz Rudolfs, gewidmet. Als bekennende Sozialdemokratin vermachte sie ihr Erbe, Kunstwerke aus dem Privatbesitz Kaiserin Elisabeths und ihres Vaters, der Republik. 

Die rechtlichen Graubereiche bei den Eigentumsverhältnissen führten zu teilweise medial ausgeschlachteten Konflikten, wie der „Affäre“ um die Kronjuwelen, die Kaiser Karl in den letzten Tagen der Monarchie außer Landes bringen ließ.

Die Ausstellung zeigt, wie die republikanische Inbesitznahme vor sich ging: mittels Austausch der Symbole, aber auch durch aktive Aneignung. So sahen sich die Kriegsinvaliden als „Opfer habsburgischen Unrechts“ berechtigt, Teile von Schloß Schönbrunn zu besetzen. Im Rahmen der “Demokratisierung“ der kaiserlichen Besitztümer wurden Schlösser und Kunstsammlungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und zahlreiche volksbildnerische Initiativen gesetzt.

„Die Österreicher sind ein Volk, das mit Zuversicht in die Vergangenheit blickt.“ Alfred Polgar

Entdecken Sie unser spannendes Begleitprogramm zur Sonderausstellung!


Es erwarten Sie Kuratoren- & Ausstellungsführungen,  ein einmaliges Kammerstück der roten Erzherzogin und vieles mehr!


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