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8.9.2010 bis 6.2.2011
Plakat Gefaltete Schönheit

Meisterwerke der Serviettenfaltkunst

8. September 2010 - 6. Februar 2011

Die Geschichte der Faltkunst geht bis in die Antike zurück. Alle Kulturen entwickelten ihre speziellen Falttraditionen, die sich wechselseitig befruchteten. In Europa wurde dafür Pergament, Papier und Stoff verwendet.

Einfache Leinenservietten waren bereits im Mittelalter verbreitet. Die künstlerisch gestaltete Serviette kam jedoch erst mit der Verfeinerung der Tischsitten in der Renaissance auf die fürstlichen Tafeln. Im Barock erreichte diese Kunst im deutschsprachigen Raum ihren Höhepunkt. Reich illustrierte Bücher wurden zu diesem Thema verfasst und sind heute noch eine wichtige Quelle zur Erforschung der Tafelkultur. An allen westeuropäischen Höfen, aber auch auf den Tischen des gehobenen Bürgertums war die gefaltete Serviette ein Ausdruck des Wohlstands.

Kunstvolle Tafelaufsätze aus Stoff
Besonders eindrucksvoll waren die aus meterlangen Leinengeweben gefalteten Schlangen, Fische, Vögel und Kleinachitekturen wie Schlösser und sprudelnden Tischbrunnen, die mit ihren tiefsinnigen, symbolischen Inhalten die Tafel zierten. Mehrere, eindrucksvolle Beispiele werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Ende des 18. Jahrhunderts verlor diese Kunst allmählich an Bedeutung, nur die kunstvoll gefaltete Mundserviette blieb bis heute in Verwendung und erlebt derzeit in der gehobenen Gastronomie eine neuerliche Renaissance.

Falten - live im Hofmobiliendepot
Getrieben von einer unglaublichen Passion recherchierte der katalanische Faltkünstler Joan Sallas den Ursprung und die Entwicklung der Serviettenfaltkunst. Das Wiener Hofmobiliendepot und die Silberkammer luden den international renommierten Experten ein, eine Ausstellung zu diesem Thema zu gestalten. Inspiriert von der Wohn- und Tafelkultur des Wiener Hofes wird Sallas alle Schaustücke direkt vor Ort "brechen". Denn: Servietten werden nicht gefaltet , sondern gebrochen.

In der Ausstellung werden etwa 40 aus Leinen gefaltete "Schaugerichte" (Tischaufsätze) und 150 aus Leinen gefaltete "Mundserviettenstücke" (Mundtücher) aus den verschiedensten Faltfamilien präsentiert. Darüber hinaus wird anhand mehrerer Objekte der technische und pädagogische Zusammenhang zwischen Papierfalten und Serviettenbrechen gezeigt. Besucher können unter Anleitung selbst verschiedene Falttechniken ausprobieren und sich in Workshops für Kinder und Erwachsene zu Faltexperten fortbilden.

Ausstellungsplakat zum Download

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