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29.2. bis 17.6.2012
Ausstellung "Intime Zeugen"

Thema der Ausstellung "Intime Zeugen. Vom Waschtisch zum Badezimmer" ist die Geschichte der Körperhygiene in Europa. Diese wird am Beispiel von speziellen Hygienemöbeln und anderen Hygienerequisiten erzählt. 

Wie hat man sich bei Hofe gewaschen? Wie sahen die ersten Bidets aus? Was machte ein kaiserliches Ankleidezimmer aus? Seit wann gibt es Badewannen? Was war eine Zimmerretirade, was ist ein Bourdalou? Waren Spucknäpfe Teil des Mobiliars? Was hat Josef Hoffmann mit Sanitärmöbeln zu tun? Diesen und anderen Fragen wird ab 21. September 2011 im Hofmobiliendepot auf den Grund gegangen. 

Das Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Waschtischen, Toilettetischen, Bidets und Zimmerretiraden. In der Silberkammer der Wiener Hofburg werden darüber hinaus zahlreiche Hygieneporzellane und Nachttöpfe aus dem kaiserlichen Haushalt verwahrt. 

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt in der Entwicklung vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert und beschreibt den schrittweisen Wandel vom mobilen Hygienemöbel zum fix installierten Badezimmer. Voraussetzung für diese Entwicklung waren kommunale Wasserleitungen und Kanalsysteme. 

Bis weit ins 19. Jahrhundert war die Körperreinigung nur mit Hilfe von tragbaren Gerätschaften möglich. Jedem Appartement in Schönbrunn etwa war eine „Kammer“ zugeeignet, deren Personal sich nebst Kleider-, Bart- und Haarpflege auch um den An- und Abtransport des Wassers sowie die Entsorgung der Fäkalien zu kümmern hatte. Wasser musste oft einen weiten Weg bis zum Waschtisch zurücklegen. Der verschwenderische Umgang mit Wasser, den wir heute gewohnt sind, war damals undenkbar. 

Beginnend bei den Thermenanlagen der Antike und den Badestuben des Mittelalters führt die Ausstellung zu dem ab dem 16. Jahrhundert neu entstehenden Möbeltyp der Waschkästen, zu Toilette- und Waschtischen sowie den dazu gehörenden Spiegeln. Das Ankleidezimmer der Erzherzogin Maria Anna von Österreich von 1831 ist neben einem Jugendstil-Schlafzimmer mit Waschtisch von 1899 eines der Highlights der Ausstellung. Weitere Prunkstücke sind ein Toilettetisch von Josef Hoffmann aus dem Sanatorium Purkersdorf, Zimmerklos aus Nussbaumholz, Spucknäpfe, kunstvoll gestaltete Waschgarnituren aus der Silberkammer, Bidets aus Messing oder Ahorn, Bourdalous aus der Sammlung Klauda, das goldene „Nachtzeug“ von Franz Stephan von Lothringen aus dem Kunsthistorischen Museum und Sisis Reisetoilettegarnitur aus Schönbrunn. 

Die aufwendige Schönheitspflege von Kaiserin Elisabeth ist genauso Thema wie die eher einfachen Waschgewohnheiten Kaiser Franz Joseph. Außerdem wird erzählt, wie die überlangen Predigten des Jesuitenpaters Louis Bourdaloue am Hofe von König Ludwig XIV. zur Kreation spezieller Damennachttöpfe, den sogenannten Bourdaloues, führten. 

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